Am Fest Allerheiligen gedenkt die Kirche aller Heiligen, auch jener Menschen, die ihren Glauben vorbildlich gelebt haben, ohne offiziell
heiliggesprochen worden zu sein. Das Fest erinnert daran, dass die Hoffnung auf das ewige Leben allen Menschen gilt.
In Neustift versammelte sich die Gemeinde traditionell im Anschluss an einen festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche zu einer Andacht beim
Kriegerdenkmal an der Außenwand der Kirche. Dabei wurde nicht nur der Gefallenen und Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs gedacht, sondern aller Verstorbenen.
Beim Pfarrkaffee gab es dann einen köstlichen Allerheiligenstriezel. Der Ursprung dieser Backtradition ist umstritten. In manchen Gegenden wurde das
Gebäck auch an Bedürftige verteilt. Im Weinviertel gibt es den Brauch, nach dem Kirchgang im Wirtshaus um einen großen Striezel zu würfeln. Im Burgenland brachten junge Männer den Striezel am Vorabend zu ihren
Angebeteten. Auch Pateneltern - die Godl und Göd - schenkten ihren Patenkindern traditionell zu Allerheiligen einen Striezel. Die Größe
richtete sich früher oft nach dem Alter des Kindes. Fragt man den Volksglauben, brachte ein gut aufgegangener Striezel Glück für das kommende
Jahr – misslang der Teig, drohte Unglück.